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RDS Dekoder für den Audio Ausgang

Walter Justen 10/2007

Bei neuen UKW Radios mit digitaler Anzeige gehört RDS (Radio Data System) heutzutage meist zur Grundausstattung. Die Anzeige von Sendernamen oder das Umschalten auf eine alternative Frequenz beim Verlassen des Empfangsgebiet eines Senders ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. RDS bietet Funktionen die einem UKW interessierten Hörer beim Abhören des UKW Bereiches oder auf Reisen, beim Empfang lokaler Sender auch hilfreich sein könnten. Doch leider findet man RDS meist nicht im Bereich Weltempfängern, Scanner oder bei anderen breitbandigen Kommunikations-Empfängern. Möchte man als Nutzer solcher Geräte die Vorzüge von RDS in Anspruch nehmen, können zusätzliche externe Dekoder eine Alternative darstellen.

 

RDS - ein kleiner Überblick

Im Jahre 1988 eingeführt wurde RDS hauptsächlich zur Erleichterung des Radioempfangs für Autofahrer konzipiert. Das Aussenden einer Stationskennung und die Ausgabe auf dem Display des Radios ermöglicht die sofortige Identifizierung einer Station. Verlässt man das Empfangsgebiet eines Senders, kann das Autoradio unter zur Hilfenahme der über RDS gesendeten Alternativ-Frequenzen auf eine bessere Frequenz umschalten. Ebenso nützlich ist die Information, ob und wann eine Station Verkehrsnachrichten sendet. Mit TMC (Traffic Message Channel) werden darüber hinaus die Verkehrsinformationen in einer Form gesendet, das sie von heutigen Navigationssystemen ausgewertet und zur Routenberechnung verwendet werden können.

Die wichtigsten und meist genutzten Daten im Überblick:

PS (Programme Service Name): Übermittlung der Stationsbezeichnung in acht alphanumerischen Buchstaben.

PI (Program Identification): Vierstellige Hexadezimalzahl die die eindeutige Identifikation des Senders ermöglicht. Die erste Stelle steht für das Land (z.b.: Österreich = A, Deutschland = D, Schweiz = 4, Italien = 5), die zweite für den Sendebereich (z.b. Lokal = 0, International = 1, National = 2) und die letzten beiden für die Stationskennung.

AF (Alternative Frequency): Ständige Übermittlung aktueller Alternativ-Frequenzen umliegender Senderstandorte. Der Empfänger prüft ständig die Qualität des Empfangssignals und sollte bei Bedarf auf eine andere alternative Frequenz eines Programmes mit gleicher PI (Programm Identification) wechseln.

TP (Traffic Programme) / TA (Traffic Announcement): Das TP Signal wird übermittelt wenn der Sender grundsätzlich Verkehrsfunk anbietet. TA wird übermittelt wenn gerade eine Verkehrsdurchsage vorgelesen wird. So kann der Empfänger je nach Funktionsumfang zum Beispiel das Abspielen einer CD unterbrechen oder die Lautstärke der Radiosendung erhöhen.

TMC (Traffic Message Channel): Übermittelt werden in diesem Datenkanal kodierte Verkehrsmeldungen die von Navigationssystemen zur Routenberechnung verarbeitet werden können.

RT (Radio Text): Übermittelt zusätzliche Informationen zum Programm. Dies können zum Beispiel Musiktitel sein.

PTY (Programme Type): Übermittlung des Programm Typ. (Beispiele: News, Pop, Classic)

CT (Clock Time): Übermittlung der Uhrzeit um den Empfänger zu synchronisieren.

Zur Übermittlung der RDS Daten wird ein 57 kHz Hilfsträger verwendet, der auch für das RDS Vorgängersystem ARI (Autofahrer Rundfunk Information) genutzt wurde. Dieser Träger wird unterdrückt und die Phaseninformation aus der Phasenlage des 19 kHz Stereo-Pilottons gewonnen. Die Daten werden mit einer Geschwindigkeit von 1187,5 Bit die Sekunde in Datenworten zu je 26 Bit, die sich aus 10 Prüfbits und 16 Datenbits zusammen setzen, übertragen.

 

 

Lenco RDS 4620 unter einem Radio

 

Externe RDS Dekoder

Um den vielen Besitzern von nicht RDS tauglichen UKW Empfängern seinerzeit den Einstieg in RDS so einfach wie möglich zu gestalten, boten einige Hersteller externe RDS Dekoder an. Diese machen einen Eingriff in vorhandene Geräte unnötige, da sie als Quelle das NF Signal der Empfänger nutzen.

Je nach Möglichkeit und Bedarf werden diese in Leitungen für Lautsprecher, Kopfhörer oder andere Audio Ausgänge eingeschliffen.

Voraussetzung für eine problemlose Funktion ist, das das RDS Signal am Dekoder auch noch im NF Signal des Empfängers in ausreichender Stärke vorhanden ist. Neben gutem Empfang und hohem Audio-Pegel, muss das entsprechende Frequenzspektrum dort noch enthalten sein. Viele, meist qualitativ hochwertige Hifi Empfänger, unterdrücken durch MPX-Filter (Multiplexfilter) Signal oberhalb 19 kHz entweder vollkommen oder zumindest so stark, das sie für eine weitere Verwendung unbrauchbar sind. Die unterdrückten Signal wären zwar für den Menschen nicht hörbar, können aber die Funktion anderer Hifi Komponenten beeinträchtigen. Bei manchen Geräten führt ein Umschalten von Stereo auf Mono zum Erfolg.

Eine Funktionsgarantie solcher externen RDS Dekoder gibt es daher, abhängig vom eingesetzten Empfänger, eingebauten Filtern und der Stärke des Audio-Signals nicht.

Heute nur noch gebraucht erhältlich wurden unter anderem die Geräte Lenco RDS 4620 und Conrad Electronic RDS Manager auf dem Markt angeboten. Beide Dekoder unterscheiden sich in Leistung und Funktion nicht merklich. So treffen die folgenden Merkmale auch auf beide Geräte zu:

  • beleuchteter Display zur Textanzeige.
  • Angezeigt werden können PS, AF, RT, PTY und CT. Beim Lenco gibt es dafür jeweils eine Taste. Beim Conrad gibt es zwei Tasten, eine um die Anzeige-Modi die andere um die Alternativ Frequenzen durchzuschalten.
  • zusätzliche Anzeige zur Darstellung der RDS Signalqualität.
  • Chinch Anschluss für Audio. Beim Lenco zwei Anschlüsse für in und out. Beim Conrad nur ein Anschluss. Hier wird das Signal über ein mitgeliefertes Y-Kabel durchgeschliffen.
  • Stromanschluss 12 V DC

 

 

Conrad Electronic RDS Manager

 

Beide Dekoder funktionieren wie erwartet an unterschiedlichen Hifi Tunern, kleinen Radios oder Breitbandempfängern gleich gut oder auch beide gar nicht. Vorzüglich arbeiteten die Geräte an einem AOR AR-5000, hingegen war die RDS Dekodierung am Breitbandempfänger des Kenwood TH-F7E Handy-Transceivers nicht möglich. Pauschal kann daher nicht gesagt werden an welchen Geräten die Dekoder funktionieren. Soweit vorhanden macht es Sinn, unterschiedliche NF Quellen am Gerät zu testen.

 

Bandscan mit RDS Dekoder

Eine bereits erwähnte interessante Möglichkeit der Anwendung eines RDS Dekoders, ist ein UKW Bandscan. Folgende Grafik ist bei einem solchen entstanden. Sie zeigt neben der Feldstärke der Sender-Signale jeweils auch die Stärke der RDS Ausstrahlung auf den einzelnen UKW Frequenzen.

Verwendet wurde der Conrad RDS-Manager an einem AOR AR-5000 mit vertikalem Dipol. S-Werte mit: S-dez. = (9+XdB : 6) + 9 linearisiert)

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