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HAM-Radio ´99

M.Tillmann  07/99
 
 

Vom 24.6. bis 26.6. fand wieder die diesjährige HAM-Radio in Friedrichshafen statt. Der VFO sah sich auf der ?europäischen? Messe für Funk und Elektronik um.

Wie jedes Jahr kamen Besucher aus allen Landesteilen, aber auch aus den angrenzenden Ländern wie Frankreich, Italien, Schweiz und Österreich. Wahrhaft internationalen Charkter zeigte die HAM auch durch die zahlreichen osteuropäischen Hörer-und Amateurfunk-Clubs, die mit Informationständen auf sich aufmerksam machten. Die Präsenz der Funk-Händler schien uns jedoch im Vergleich zu früheren Jahren abgenommen zu haben, statt dessen hielten zunehmend Computer-Händler in jahrmarkt-schreierischer Weise Soft-und Hardware bereit. Der Flohmarkt ist unbestritten ein weiteres Highlight der HAM, er sucht seinesgleichen nicht nur an Größe, sondern auch im Angebot an Raritäten. Leider verdiente er oft nicht den Begriff ?Flohmarkt?, sondern eher ?Antikmarkt?, wenn man die Preisvorstellungen mancher Aussteller betrachtet.

Was gab es neues für den Kurzwellenhörer? Hier nur eine Auswahl.
Schon in Fachzeitschriften seit Jahresbeginn angekündigt stellte ICOM den Empfänger IC-R75 vor. Boger bot ihn für 1650,-DEM an.
Dieser von 0,03-60MHz reichende Empfänger mit drei Zwischenfrequenzen bietet dabei einen automatischen Notchfilter und ein Doppel-Passbandtuning. Letzteres ermöglicht, zwei getrennt einstellbare PBS so einzustellen, dass sich daraus eine individuelle Filterbreite ergibt mit dem Effekt, dies noch insgesamt verschieben zu können. Eine DSP-Filterung auf Höhe der NF ist zusätzlich bestückbar. Leider hält ICOM weiter daran fest, einen CI-V Pegelkonverter für die Verbindung mit einem PC vorraus zu setzen, den es nur optional gibt. Die Empfindlichkeit liegt für SSB im weitesten Bereich bei 0,16µV (mit Vorverstärker), was für sich betrachtet als sehr gut zu bezeichnen ist. Die Frequenzauflösung beträgt 1Hz, ein AM-Synchrondetektor und Suchlauffunktionen sind  vorhanden. Weiteres Zubehör ist erhältlich: Quarzofen, Sprachsynthesizer sowie viele Spezialfilter für die 2. und 3. ZF.

 
Bild: ICOM IC-R75

RF-Systems präsentierte den HF-5E NASA Communication-Receiver. Wir konnten den Nachfolger des HF-4 erstmalig hier auf der HAM betrachten. Mit Gehäusemaßen etwa denen des HF-4 stellt er einen sehr portablen Kurzwellenempfänger dar, der in Sachen Ausstattung  und Preis eine Klasse höher markiert. Lieferbar soll er  ?in den nächsten Wochen? zu einem Preis von 999,-DEM sein. Hier einige Daten:
Frequenzbereich 0,03-30 Mhz, Frequenzraster in Schritten zu 0,01 / 0,1 / 1 / 100 und 1000 kHz, ZF-Bandbreiten von 9 / 6 / 4 und 2,6 kHz (optional 2,4 kHz), Attenuator von 20dB, 100 Speicherplätze, Fernspeisung für Aktivantenne, PC-Schnittstelle über Klinkenbuchse, eingebautes FAX-Modem. Die Empfangsschaltung soll auf der des HF-4 basieren, jedoch mit weitreichenden Verbesserungen. Das kleinste Raster zu 10Hz spricht für eine Tauglichkeit für die meisten Dienste, das 4kHz-Filter scheint besonders für BC interessant zu sein. Die Vielzahl der möglichen Frequenzraster deutet an, auf welche Weise die Frequenzabstimmung erfolgt.

 
Bild: Der neue Nasa HF-5E

Ferner wurde ein Filter HP 1.8 gezeigt, welches zwischen RX und Antenne gesteckt wird. Es unterdrückt den LW-und MW-Bereich und schützt so auch vor den starken Lokalsendern ebenso wie vor der TV-Zeilenfrequenz von 15625kHz sowie den Interferenzen von PC-Monitoren.
P-3 nennt sich ein neuer Pre-Selektor für den Bereich von 0,03-32MHz. Dessen Durchgangsdämpfung an 50 Ohm beträgt nur 0,8 bis 1,5 dB. Es verkraftet bis 5V Eingangsspannung und hat einen IC-P dritter Ordnung von über +40dB. Die Einstellung geschieht nach Vorwahl des Bandes mittels eines Abstimmers.

G. Dierking bietet jetzt das NF-Filter GD 86 NF an und bietet die Besonderheit, dass zwei von einander unabhängige NF-Kanäle mit Notch und Peak bearbeitet werden können, was vorallem bei Zweiton-Betriebsarten eine vorteilhafte Entfernung von Störtönen ermöglicht. Aber auch bei CW und Phonie lassen sich, in Verbindung mit dem ?Breite?-Regler individuelle Filterkonfigurationen finden.

Bei Kenwood darf man wohl die Hoffnung auf einen R-5000-Nachfolger aufgeben, nachdem dieser 1986 auf den Markt kam.
Vermißt haben wir den neuen Drake R-8B, den Boger längst in den Publikationen anpreist. Lediglich der SW-1, ein reiner AM-Empfänger stand in der Vitrine für sagenhafte 40,-DEM. Der Irrtum flog nach ersten Nachfragen schnell auf, 700,-DEM sollte es heißen.

 
Bild: Lowe HF-150 Armada

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