Empfangsbericht an Rundfunkstationen
W.Justen 04/99
Bevor wir uns Gedanken machen, wie man einen Empfangsbericht an einen Rundfunksender abfaßt, sollten wir uns über eine Sache im klaren sein und diese auch nie vergessen:
Das versenden von QSL-Karten oder anderen Souvenirs ist nicht die Pflicht eines Rundfunksenders. Im Grunde ist dies für die meisten Stationen nur ein Kostenfaktor. Also nicht vergessen, das versenden von QSL-Karten ist eine rein freiwillige Sache des betreffenden Senders.
Grundlegendes zum Empfangsbericht:
Man sollte einen Empfangsbericht in der Sprache abfassen, in der auch das Programm gesendet wurde. Nun ist natürlich von niemandem zu verlangen alle Sprachen dieser Erde zu beherrschen.
Auf jeden Fall ist es eine große Hilfe auf das Buch ?DX-Vokabular? des Siebel Verlages, Meckenheim zurückzugreifen. Dort sind die wichtigsten Satzbausteine und Wörter in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Schwedisch abgedruckt. Sollte man im ?DX-Vokabular? keine passende Sprache finden und auch die betreffende nicht können, ist in der Regel das Abfassen des Berichtes in Englisch zu empfehlen.
Auch bei der Verwendung eines vorgedruckten Empfangsberichtsformulars sollte man auch etwas persönliches Unterbringen. Es sollten auf jeden Fall einige persönliche Zeilen den Weg zum Sender finden. Das Ausmaß dieser Zeilen muß man selbst bestimmen. Dabei könnte man sich auf die eigene Person beziehen und sich kurz vorstellen oder in einigen Zeilen auf das ausgestrahlte Programm eingehen.
Kleine Souvenirs oder Geschenke erhalten ebenfalls die Freundschaft. So kann man z.B. Informationen über die Gegend wo man lebt oder einige Sonderbriefmarken beilegen.
Ein Empfangsbericht, egal ob als Formular oder in Briefform muß auf jeden Fall die folgenden Angaben enthalten:
Radio: Die genaue Bezeichnung der empfangenen Station.
Absender: sollte natürlich nicht vergessen werden.
Datum: Das Datum des Empfangs.
Zeit: Der Zeitraum des Empfangs, von bis. Sollte in der Regel in UTC eingetragen werden. Bei kleinen Lokalstation ist jedoch die Umrechnung in deren Lokalzeit vorzuziehen. Dann aber auf dem Empfangsbericht Lokalzeit auch vermerken. Der Zeitraum darf nicht weniger als 15 bis 30 Minuten umfassen.
Empfangsfrequenz: Es sollte die genaue Empfangsfrequenz in kHz angegeben werden. Bei älteren Empfängern ohne genaue Frequenzanzeige ist jedoch in der Regel auch die Angabe des Meter-Bandes ausreichend.
Empfangsqualität: Diese sollte im SINPO-Code angegeben werden. Die genaue Aufschlüsselung dieses Codes ist in unserer Rubrik ?Kurzwelle-Praxis? unter ?Rapport-Tabelle? zu sehen. Bei Lokalstationen sollte man nicht die Zahlen aus dem SINPO-Code verwenden, sondern die Bewertungskriterien und die sich daraus ergebende Bewertung in der entsprechenden Sprache ausschreiben.
Programmdetails: Müssen eingetragen werden um zu beweisen, daß man den Sender auch wirklich gehört hat. Sie müssen so detailliert wie möglich sein. Zu Empfehlen sind meist die Schlagzeilen aus Nachrichtensendungen oder Musiktitel die man erkannt hat.
Empfänger: Die Bezeichnung und die Art (portabel oder Station, Transistor oder Röhren usw.) des eigenen Empängers.
Antenne: Die Bezeichnung und Art (Langdraht oder Strahler usw.) der Antenne. Man sollte auch die Höhe und Länge der Antenne erwähnen.
Unterschied zwischen den Rundfunkstationen:
Im Grunde kann man die Rundfunkstationen in drei Gruppen aufteilen.
Große Auslandsdienste: Betreiben meist ein eigenes Monitorsystem in Form von Empfangsstationen. Die Daten dieser Monitore werden dann untereinander ausgetauscht. Die großen Auslanddienste sind daher über die Empfangssituation ihrer Aussendungen bestens informiert und benötigen die angaben des Hörers höchstens als Ergänzung. Ein Empfangsbericht sollte in Form eines Formulars abgefaßt werden.
Kleine Auslandsdienste: Haben im allgemeinen nicht die finanziellen Mittel um eigene Monitorstationen zu betreiben und sind auf die Empfangsbeobachtungen des Hörers angewiesen. Empfangsberichte können meist als Formular abgefaßt werden. Je nach finanzieller Möglichkeit der Sender sollte man für das Rückporto sorgen.
Inlandsdienste: Kleine Inlandsdienste aus entfernten Ländern strahlen ihr Programm nur für dieses Land aus. Meist ist man nicht interessiert an Empfangsbeobachtungen von Hörern für die das Programm auch nicht gedacht ist. Daher ist es für diese meist finanziell schwachen Sender ein hoher Zeit und Kostenaufwand sich den Luxus QSL-Karten Versand zu leisten Empfangsberichte sollten als persönlicher Brief in der Landessprache geschrieben werden. Darin sollte man sich kurz vorstellen (Alter, Beruf, seit wann SWL usw.). Dazu ist wie oben schon erwähnt das Buch ?DX-Vokabular? eine sehr große Hilfe. Für das Rückporto muß aus o.g. Gründen gesorgt sein.
Rückporto:
Als Beilage für Rückporto sind zwei Möglichkeiten gegeben. Die eine ist die Beilage von IRCs. Diese Internationalen Rückantwortscheine sind vom Postamt zu beziehen. Der Vorteil eines IRCs ist, daß er nur in Briefmarken umgetauscht werden kann. Der Nachteil, daß dieser Umtausch nicht von jedem Land unterstützt wird und, daß man für sein Geld nicht den gleichen Wert in Briefmarken zurückerhält.
Die andere Möglichkeit ist die Beilage von Bargeld. In diesem Fall ist meist der US-Dollar zu empfehlen. Die Vorteile sind, daß der US-Dollar in den meisten Ländern umgetauscht werden kann. Der Nachteil ergibt sich aus diesem Vorteil. Es haben schon viele US-Dollar nie den Weg zur Briefmarke gefunden.