By M.Tillmann, on October 7th, 2009%
Schon einmal vermutete man, der 24. Sonnenfleckenzyklus hätte begonnen. Dies war im November 2008, als der R12-Mittelwert von 3,3 seit dem Abstieg vom Dezember 2001 im Mai 2008 wieder anstieg. Immerhin: Das R12-Mittel berücksichtigt 12 Monatsmittelwerte, sodass man einen Anstieg erst sechs Monate nach seinem Beginn überhaupt feststellen kann. Und das gibt einem bei der Prognose eine gewisse Sicherheit. Aber es kam anders. Der R12-Wert fiel erneut und erst im Juli 2009 ließ sich feststellen, das dieser Wert wieder anstieg. Es spricht für den noch trägeren P17-Wert, dass er diesen Anstieg nicht mitmachte. Im September 2009 und, wenn man bedenkt, dass das Minimum der arithmetischen Monatsmittelwerte von 1,7 Flecken so gering ist, wie in keinem der 22 Zyklen zuvor, darf man heute vorsichtig den Beginn des 24. Sonnenfleckenzyklus prognostizieren. Selbst der robuste P17-Wert deutet seit November 2008 keinen Abstieg mehr an.
Datum
Arithmetischer Monatsmittelwert
. . . → …weiter lesen: Die Sonne erwacht – der 24. Zyklus beginnt?
By W.Justen, on December 11th, 2007%
Die Schichten der Ionosphäre nehmen, abhängig von der Tageszeit, unterschiedlich Einfluss auf die Ausbreitungsbedingungen der Kurzwelle [1][2]. Am Tag und in der Nacht sind die Verhältnisse relativ klar. Absorbiert tagsüber die D-Schicht niederfrequente elektromagnetische Wellen, können diese durch die Zurückbildung der D-Schicht in der Nacht passieren. Niederfrequente elektromagnetische Wellen werden dann erst an der E oder F-Schicht reflektiert.
Zur Zeit des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs ist dies nicht mehr so eindeutig. In der Dämmerungszone, der Übergangszeit zwischen Tag und Nacht, entsteht die D-Schicht erst langsam, beziehungsweise bildet sich Stück für Stück zurück. In dieser Zeit ist es möglich, dass flach einfallende niederfrequente elektromagnetische Wellen weder von der D-Schicht absorbiert noch ohne Beeinflussung durchgelassen werden. In diesem Fall kommt es vor, das das Signal gekrümmt und abgeflacht wird und somit auch in einem flacheren Winkel auf die E oder F-Schicht trifft. Von dort wird das es reflektiert und gelangt ebenso . . . → …weiter lesen: DX in der Dämmerungszone (Greyline DX)
By M.Tillmann, on December 14th, 2006%
Mit den durch Funkamateure errichteten Baken im NCDXF/IARU Netzwerk stehen verteilt auf allen Kontinenten Sender zur Verfügung, die regelmäßig und rund um die Uhr ihre Kennung ausstrahlen. Durch die Beobachtung dieser Baken können Ausbreitungsbedingungen auf Kurzwelle in verschiedene Richtungen in Echtzeit nachvollzogen und miterlebt werden. Eigene Empfangsversuche anderer Stationen in entsprechenden Gebieten können dadurch planvoller und somit meist erfolgreicher gestaltet werden.
Das Netzwerk
Nach einigen eigenen Projekten betreiben die NCDXF (Nothern California DX Foundation) [1] und die IARU (International Amateur Radio Union) [2] gemeinsam ein Netzwerk von HF Baken, verteilt über alle Kontinente und jeweils aktiv auf 5 Kurzwellen Bändern. Mit der Auslieferung dieser neuen 5 Band Baken wurde 1995 begonnen, 18 Baken an verschiedenen Standort sind heute aktiv.
Weltkarte mit den Positionen der Baken in azimutaler Darstellung mit Köln als Mittelpunkt
Betrieben werden die Baken jeweils an einer Vertikalantenne von Cushcraft, womit auch eine . . . → …weiter lesen: NCDXF / IARU Baken Netzwerk
By M.Tillmann, on August 3rd, 2006%
Die Ausbreitungsbedingungen hängen von vielen Faktoren ab. Der Sonnenfleckenzyklus beeinflusst sie maßgeblich, jedoch stellt der allseits bekannte 11-Jahreszyklus mit seiner typischen Form nur ein statistisches Mittel aus stark streuenden Tages- und Monatswerten dar und ermöglicht kaum Tagesprognosen. Hierzu ist die Beobachtung der aktuellen Sonnenfleckenzahl, Fackelaktivität, die Aussendung von Teilchen und Radiowellen, aber auch die Berücksichtigung der 27-tägigen Sonnenrotation wichtig, um nur wenige Kriterien zu nennen.
Mit der Ausbreitung von Radiowellen ist natürlich auch die Frage nach ihrem Sende- und Empfangsstandort verbunden, also nach dem Ausbreitungspfad. In Verbindung mit der Inhomogenität der Ionosphäre, maßgeblich von der Sonne bestimmt, ergibt sich eine unendliche Zahl von möglichen Ausbreitungspfaden. Konkrete Prognosen müssen die Ausbreitungspfade daher explizit berücksichtigen.
Dennoch: Pauschale Aussagen zu den Ausbreitungsbedingungen sind nicht abwegig. Wie für die Statistik bekannt, steigt die Aussagekraft mit der Größe der Grundgesamtheit von Beobachtungsergebnissen. Die Korrelation von Sonnenaktivität, Jahreszeit, Tageszeit und Ausbreitungsgüte wird mit der . . . → …weiter lesen: Einschätzung der Kurzwellen-Ausbreitungsbedingungen
By W.Justen, on February 7th, 2006%
Eine wichtige Voraussetzung für erfolgreichen Fernempfang auf Kurzwelle sind Kenntnisse über die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen. Wann sind entfernte Stationen bestimmter Kontinenten zu hören ? Welche Frequenzen sind zu welcher Tageszeit am geeignetsten für einen Empfangsversuch ? Grundlegende Informationen zur Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen sollen hier gegeben werden.
Über den Boden und durch den Raum
Elektromagnetische Wellen breiten sich über verschiedene Wege aus. Als Bodenwelle bezeichnet man die Ausbreitung der Wellen entlang der Erdoberfläche, beeinflusst von Erdkrümmung, Beschaffenheit des Erdbodens und seiner Leitfähigkeit sowie der Struktur der Erdoberfläche (Berge, Bewuchs, Bebauung). Die Behinderung der Ausbreitung steigt mit der Höhe der Frequenz. Beste Verbindungen kommen zustande wenn Sender und Empfänger sich über Direktwelle erreichen, quasi in Sichtkontakt stehen ohne große Hindernisse. Frequenzen über 30 MHz unterliegen optischen Grenzen und bei normalen Ausbreitungsbedingungen sind diese alleine auf die Ausbreitung über Direktwelle angewiesen. Der Standort spielt daher besonders hier eine große Rolle. . . . → …weiter lesen: Ausbreitung der Kurzwelle – Grundlagen
By M.Tillmann, on June 12th, 2005%
Die Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen im Lang, -Mittel- und Kurzwellenbereich wird erheblich von der Beschaffenheit des Bodens mitbestimmt. Dabei ist dessen Beeinflussung auf die Ausbreitung über dem Boden umgekehrt proportional zur Ausbreitung innerhalb des Bodens. Diese Tatsache relativiert zumindest für den U-Boot-Betrieb den Begriff einer „guten“ Erde.
Die Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen in der Atmosphäre
Die elektromagnetischen Wellen benötigen zur Ausbreitung ein Medium. Reden wir von der Kurzwelle, so interessiert uns dabei im Allgemeinen die Luft. An sie grenzen die Medien Ionosphäre und Boden an. Jedes dieser Medien ist ein Dielektrikum mit Eigenschaften, die durch die Leitfähigkeit Sigma (Siemens/m) und die Dielektrizitätskonstante Epsilon (F/m) bestimmt wird. Bekanntlich ist die Ionosphäre in der Lage, elektromagnetische Wellen zu reflektieren, wenn sie sich durch die Sonneneinwirkung zu einem genügend leitenden Plasma entwickelt hat. Dies ist die oft erwünschte Eigenschaft, die für internationale Funkverbindungen genutzt wird. Wie unzuverlässig die Ionosphäre wegen ihrer . . . → …weiter lesen: Eindringtiefe elektromagnetischer Wellen in Wasser
By M.Tillmann, on October 27th, 1999%
Nach 112 Jahren war es wieder soweit: In Deutschland fand eine totale Sonnenfinsternis statt. Der Mondschatten bewegte sich am 11.Aug. 1999 wärend der Mittagszeit über den südlichen Teil des Landes. Für den Kurzwellenhörer entstand dadurch eine besonders interessante Möglichkeit, die Auswirkung der Sonne, oder sollte man sagen, die plötzliche “Nichtauswirkung”, experimentell zu erfahren. Dies um so mehr, da wir uns außerdem in einer Zeit hoher Sonnenaktivität befinden.
Die Wellenausbreitung auf Langwelle
Der erfahrene Kurzwellenhörer kennt das Phänomen, welches sich durch die aufgehende bzw. untergehende Sonne zeigt. Da die Sonne durch ihre Strahlung die Ionosphäre der Erde beeinflusst, ergeben sich die typischen, tageszeitlich Änderungen der Ausbreitungsbedingungen. Kurz: Die Sonnenstrahlung sorgt für eine Ionisierung der oberen Atmosphärenschichten, die schließlich dafür sorgen, dass elektromagnetische Wellen daran reflektieren können. Was den Tagesverlauf betrifft, zeigt sich eine relativ schnelle Zunahme der Ionisierung mit dem Aufgang der Sonne und eine zögerliche Abnahme nach Sonnenuntergang. Ursache . . . → …weiter lesen: Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf das Langwellenband
By M.Tillmann, on May 3rd, 1999%
Nach 112 Jahren ist es wieder soweit: In Deutschland wird eine totale Sonnenfinsternis stattfinden. Der Mondschatten wird sich am 11.Aug. 1999 wärend der Mittagszeit über den südlichen Teil des Landes bewegen. Für den Kurzwellenhörer entsteht dadurch eine besonders interessante Möglichkeit, die Auswirkung der Sonne, oder sollte man sagen, die plötzliche ?Nichtauswirkung?, experimentell zu erfahren. Dies um so mehr, da wir uns außerdem in einer Zeit hoher Sonnenflecken befinden.
Abb. 1: Verlauf des Mondschattens
Der erfahrene Kurzwellenhörer kennt das Phänomen, welches sich durch die aufgehende bzw. untergehende Sonne zeigt. Da die Sonne durch ihre Strahlung die Ionosphäre der Erde beeinflusst, ergeben sich die typischen, tageszeitlich Änderungen der Ausbreitungsbedingungen. Kurz: Die Sonnenstrahlung sorgt für eine Ionisierung der oberen Atmosphärenschichten, die schließlich dafür sorgen, dass elektromagnetische Wellen daran reflektieren können. Was den Tagesverlauf betrifft, zeigt sich eine relativ schnelle Zunahme der Ionisierung mit dem Aufgang der Sonne und eine zögerliche Abnahme . . . → …weiter lesen: Experimentierfeld für Kurzwellenhörer – Die Sonnenfinsternis
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