Die Sonne erwacht – der 24. Zyklus beginnt?

Schon einmal vermutete man, der 24. Sonnenfleckenzyklus hätte begonnen. Dies war im November 2008, als der R12-Mittelwert von 3,3 seit dem Abstieg vom Dezember 2001 im Mai 2008 wieder anstieg. Immerhin: Das R12-Mittel berücksichtigt 12 Monatsmittelwerte, sodass man einen Anstieg erst sechs Monate nach seinem Beginn überhaupt feststellen kann. Und das gibt einem bei der Prognose eine gewisse Sicherheit. Aber es kam anders. Der R12-Wert fiel erneut und erst im Juli 2009 ließ sich feststellen, das dieser Wert wieder anstieg. Es spricht für den noch trägeren P17-Wert, dass er diesen Anstieg nicht mitmachte. Im September 2009 und, wenn man bedenkt, dass das Minimum der arithmetischen Monatsmittelwerte von 1,7 Flecken so gering ist, wie in keinem der 22 Zyklen zuvor, darf man heute vorsichtig den Beginn des 24. Sonnenfleckenzyklus prognostizieren. Selbst der robuste P17-Wert deutet seit November 2008 keinen Abstieg mehr an.

Datum

Arithmetischer Monatsmittelwert

R12-Mittel

P17-Mittel

Jan 08

2,2

4,2

4,3

Feb 08

2,1

3,6

4,1

Mrz 08

9,3

3,3

3,9

Apr 08

2,9

3,3

3,6

Mai 08

4,5

3,5

3,3

Jun 08

3,0

3,2

3,0

Jul 08

0,5

2,8

2,7

Aug 08

0,5

2,7

2,4

Sep 08

1,0

2,3

2,1

Okt 08

2,9

1,9

1,9

Nov 08

4,1

1,8

1,8

Dez 08

0,8

1,7

1,8

Jan 09

1,6

1,8

1,8

Feb 09

1,4

1,9

Mrz 09

0,7

2,0

Apr 09

1,2

Mai 09

2,9

Jun 09

2,6

Jul 09

3,6

Aug 09

0,0

Sep 09

4,2

Tab.: Der fett gedruckte R12-Wert im Mai 2008 stellt den zunächst vermuteten, der fett gedruckte R12-Wert im Januar 2009 den nun prognostizierten Beginn des 24. Sonnenfleckenzyklus dar.

Bild 1: Der 23. Sonnenfleckenzyklus

Mit einer Dauer von 12,58 Jahren wäre der 23. Zyklus nach dem extrem langen 4. Zyklus (13,67 Jahre) gemeinsam mit dem 5. Zyklus der längste bisher registrierte.

Der maximale Monatsmittelwert läge mit 119,2 nahe dem Mittelwert aller Zyklen (110), der minimale Monatsmittelwert mit 2,8 jedoch deutlich unter dem Mittelwert aller Zyklen (6,05). Die Anstiegsdauer lag mit 3,92 Jahren nahe dem Mittelwert von 4,22, die Abstiegsdauer mit 8,66 Jahren jedoch deutlich über dem Mittelwert von 6,82 Jahren – was das langsame, träge Ausklingen des 23. Zyklus belegt.

Wie geht es weiter? Wie entwickelt sich der 24. Zyklus? Stellt man sich die Sonnenflecken als Folge der magnetische Aktivität in der Sonne vor, die wiederum die Folge konvektive „Durchknetung” der mittleren und oberen Schichten der Sonne sei – und etwa als ein Platzen von energiegeladenen Knoten verstanden werden kann – so dürfte sich einiges an Energie angestaut haben. So könnte man auf einen explosiven Anstieg und ein hohes Maximum des 24. Zyklus in außerdem kurzer Zeit schließen.

Auch statistisch gesehen ist dies nicht unwahrscheinlich. Danach korrelieren immerhin lange Abstiege mit kurzen Anstiegen mit einem Bestimmtheitsmaß von 0,25. Das erscheint nicht viel, aber hebt sich doch deutlich von reinem Zufall ab.

Bild 2: Korrelation der An- und Abstiege

Comments are closed.