Mittlerweile ist das “Überallfernsehen” DVB-T in großen Teilen Deutschlands und auch in Teilen Europas zu empfangen. Das viele potentielle Nutzer jedoch Empfangsprobleme haben, liegt sicherlich auch an oft als ungenügend einzustufenden Antennen, die mit vielen Empfängern ausgeliefert werden.
Gezeigt werden soll, wie man mit dem Selbstbau der aus dem WLAN und Amateurfunkbereich bekannten und verbreiteten Doppelquad Antenne diesem Problem entgegenwirken kann. Materialkosten von ein paar Cent für zwei Schweißdrähte aus dem Baumarkt und ein Stück Koaxkabel mit Stecker machen den Selbstbau noch interessanter. Im folgenden sollen die Grundlagen für den Bau geschaffen, eine Idee zum praktischen Aufbau gezeigt und zum experimentieren angeregt werden.
DVB-T Frequenzen
Grundlage für den Bau der Antennen ist die Wellenlänge (Lambda) der zu empfangenden Frequenzen. Möchte man den gesamten Frequenzbereich empfangen wird man die Antenne idealerweise für die Mittelfrequenz berechnen. Bei Bedarf kann auch eine Antenne für eine spezielle Frequenz oder einen speziellen Teilbereich berechnet werden.
Arbeiten soll die Antenne in unserem Beispiel im DVB-T Sendebereich Köln/Bonn sowie Düsseldorf. Alle Kanäle liegen hier im UHF Bereich. Der höchste eingesetzte Kanal ist mit Kanal 65 (826 MHz) in Köln/Bonn und der niedrigste mit Kanal 22 (482 MHz) in Düsseldorf zu finden. Die Mittelfrequenz für die zu bauende Antenne beträgt 654 MHz.
DVB-T Kanäle Köln-Bonn: Kanal 26 – 514 MHz bis Kanal 65 – 826 MHz
DVB-T Kanäle Düsseldorf/Ruhrgebiet inkl. regionale Kanäle: Kanal 22 – 482 MHz bis Kanal 57 – 762 MHz
Gesamtbereich Antenne: 482 MHz bis 826 MHz
= Mittenfrequenz für beide Bereiche: 654 MHz

Doppelquad
Bei der Doppelquad Antenne handelt es sich elektrisch gesehen um vier schräg übereinander angeordnete Halbwellendipole. Der Speisepunkt befindet sich in der Mitte. Dort kann für den DVB-T Empfang wahlweise 50 oder 75 Ohm Koaxkabel angeschlossen werden.
Mit der ermittelten Mittelfrequenz errechnen wir die Seitenlänge eines Quadelementes. Da es sich bei diesem Wert (0,25 bzw. 1/4 Lambda Seitenlänge) um einen theoretischen Wert im Freiraum handelt wird die Länge der aus Metall gefertigten Antenne auf 97% gekürzt.
Seitenlänge Quadelement:
300 / 654 MHZ = 0,45872 m Lambda (Wellenlänge) = 0,11468 m Lambda/4 (Viertelwelle)
* 97 % = ca. 11,1 cm
Als Material halten zwei Schweißdrähte mit 2,0mm Durchmesser aus dem Baumarkt, jeweils für eine Antennenhälfte beziehungsweise ein Quad her. Auf die entsprechenden Maße gebogen und am Speisepunkt miteinander und mit dem Koaxkabel verlötet.

Fazit
Selbst provisorisch in einem Raum an einer Pin-Wand befestigt liefert die selbstgebaute Doppelquad sehr gute Empfangsergebnisse. Auch in einem Empfangsgebiet in dem normalerweise eine Außenantenne empfohlen und mit einer kleinen, einem DVB-T-USB Stick beigelegten Antenne gar kein Empfang möglich war.
Möchte man DVB-T in einem Gebiet empfangen wo auch ein VHF Kanal (Beispiel Kanal 8 – 198,5 MHz) eingesetzt wird, variiert die Antenne entsprechend stark in der Größe. Hier müssen dann jedoch einige Verluste für den UHF Bereich hingenommen werden. Je nach Bedarf sollte dann überlegt werden ob man nicht auf den VHF Kanal verzichtet oder entsprechend mehrere Antennen fertigt.
Links:
- [1] Überallfernsehen
- [2] VFO-Magazin: „Einfache” Empfangsantennen und ihre wesentlichen Merkmale